|   sitemap   |   kontakt
    |  erweiterte Suche  

Codierung

Die formale Codierung, wie sie folgend in Bezug auf die Gestaltung von Internetseiten behandelt wird, ist neben der Codierung des Inhalts der ausschlaggebende Teil der visuellen Gestaltung der Nutzerführung. Die Art und Qualität der Codierung ist der entscheidende Part der „Usability“ einer Internetseite.

Zweck der Codierung

Allgemein gesprochen ist der Zweck einer Codierung, bei einem immer wiederkehrenden Nachrichtenvorrat, die Identifikationsleistung zu erhöhen. Das heißt, die Verarbeitungszeit zu verkürzen und die Rate der Fehldeutungen zu minimieren. Eine geeignete Codierung hilft dem Betrachter also, schnell zu erkennen, was gemeint ist.

Anforderung an die Codierung

Schön gesagt, stände der Gestalter nun nicht vor dem Problem, den zu übermittelnden Nachrichtenvorrat in ein geeignetes Code-Alphabet abzubilden. Dieses zu schaffende Code-Alphabet muß vor allem zwei Kriterien erfüllen. Zum einen muß es auf die Darstellungsmöglichkeiten des Mediums eingehen. Zum anderen muß die Codierung konsistent sein. Was bedeutet, daß der Syntax, der für eine Funkton gilt, übertragbar sein muß auf weitere, ähnliche Funktionen. Das Schema, daß man zum Beispiel für eine Navigationsfunktion vorgibt, muß eben auch für alle weiteren gelten. Die Schwierigkeit des Gestalters, eine geeignete Codierung zu erstellen, findet auf der gegenüberliegenden Seite beim Betrachter ihr Äquivalent in der Schwierigkeit, ein neues Codealphabet zu lesen. Für den Betrachter ist es notwendig, den Nachrichtenvorrat und den Syntax eines Codealphabetes zu kennen, um es auch „lesen“ zu können. Die Einführung eines neuen Codealphabetes fordert dem Betrachter also zunächst einen Lernvorgang ab, bei dem er sich den Nachrichtenvorrat so wie den Syntax des neuen Codealphabets aneignen muss.

Internetnutzer bevorzugen, dem der Menschheit eigenen Ökonomiedrang folgend, Dinge, Gestaltungen und Schemen, die ihnen bereits geläufig sind. Man kann dies durchaus als eine der Gestaltung gegenüber konservative Einstellung bezeichnen. Der Gestalter befindet sich also in der Zwickmühle aus Innovation und „traditioneller“ Internetgestaltung. Das Internet neu erfinden kann er nicht, da ihm hierfür die Bereitschaft der Nutzer fehlt. Innovation kann hier nur in kleinen Schritten erfolgen, die den Lernaufwand bei den Nutzern in einem akzeptablen Rahmen halten. Da neu zu codierende Navigationselemente die wichtigsten, durchgehend funktionstragenden Teile einer Webseite sind, zudem unaufdringlich und leicht ausführbar sein sollen, ist bei der Erstellung der Navigation besondere Sorgfalt angebracht. Man kann die Erstellung eines Navigationskonzeptes durchaus als den wichtigsten Teil der visuellen Gestaltung bezeichnen.

Impressum © 1999, © 2012 oliver schossmann